Bischöfliches Zollhaus

 1. Daniel Zen (ge. 1585 in Fassa) Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 29.April 1627. Amtszeit bis zu seinem Tode am 24. September 1628 in Brixen. Am Wappen ist die Jahreszahl 16... zu erkennen. Zen hatte von allen Bischöfen in Brixen die kürzeste Amtszeit und ist der einzige Ladner. 

2. Sigmund Alphons von Thun (geb. 1621 auf Schloss Thun im Nonsberg) Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 21. Mai 1663. Amtszeit bis zum 9. September 1669 als er Bischof in Trient wurde und sich fortan in Brixen nur mehr vertreten liess. Er starb 1677 in Trient.

3. Anton von Crosini (geb.1581 in Trient) Die päpstliche Bestätigung zum Fürstbischof wurde am 30.März 1648 ausgestellt. Amtszeit bis zu seinem Tode am 14. Mai 1663 in Brixen. Crosini entstammte einer angesehenen Bürgerfamilie in Trient.

 

4. Das Wappen mit der Muschel als Hintergrund ist durch das Dach des Erkers fast verdeckt. Zu erkennen ist neben dem bischöflichen Wappen von Brixen und dem Tiroler Adler eine Pfeilspitze, die eindeutig Paulinus Mayr zugeordnet werden kann. Paulinus Mayr (ge. 1628 in Sterzing). Wahl zum Fürstbischof am 29. April 1677. Amtszeit bis zu seinem Tode am 29. September 1685 in Brixen. Mayr war von 1655 bis 1666 Kooperation in Klausen. Die Pfarrstelle in Klausen konnte er 1667 nicht antreten, da sein Vorgänger den Posten nicht räumte. Mayr förderte die Klostergründung auf Sähen und verbürgte sich dafür mit seinem privaten Vermögen. Die Gründung von Sähen erlebte er aber nicht mehr, sie erfolgte erst unter seinem Nachfolger (Johann VIII. Franz von Kuhlen Belasi).

5./6. Das doppelte Wappen ist durch die Kaiserkrone und zwei Bischofsmitren gekennzeichnet. Obwohl die einzelnen Wappenfelder etwas unübersichtlich zusammengesetzt sind, muss es sich um die beiden Habsburger handeln, die in Brixen als Bischöfe tätig waren, und zwar auf der linken Hälfte Andreas von Österreich und rechts Karl der I. von Österreich (geb. 1558 auf Schloss Brzenic in Böhmen). 1576 erhielt Andreas als Achtzehnjähriger die Kardinalswürde. 1589 wurde er zum Bischof von Konstanz gewählt, zwei Jahre später übernahm er zusätzlich das Bistum Brixen. Andreas verstarb am 12. November 1600 in Rom. Karl I. von Österreich (geb. 1590 in Graz). 1608 übernahm er 18jährig das Bistum Breslau, 5 Jahre später wurde er zusätzlich Bischof von Brixen, wo er sich aber nur zweimal in seinem Leben aufhielt. Karl verstarb 34jährig in Madrid. 

7. Kaspar Ignaz von Künigl (geb. 1671 in Innsbruck). Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 8. Juni 1702. Seine Amtszeit war die längste aller Brixner Bischöfe und währte bis zum 24. Juli 1747, als er auf dem Stammschloss seiner Familie in Ehrenburg verstarb. 1745 begann Künigl mit dem Bau des heutigen Brixner Doms. Die Fertigstellung erfolgte unter seinem Nachfolger. 

8. Johann VIII. Franz von Khuen Belasi (1649 in Hall). Am Wappen ist deutlich die Jahreszahl 1686 zu erkennen. Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 15. November 1685. Amtszeit bis zu seinem Todestage am 3. April 1702 in Brixen. Unter seiner Amtszeit entstanden in Klausen das Kloster Säben und das Kapuzinerkloster. 

9. Leopold von Spaur (geb. 1696 in Innsbruck). Am Wappen ist die Jahreszahl 174. zu erkennen. Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 18. Oktober 1747. Amtszeit bis zum Todestage am 31. Dezember 1778 in Brixen. Spaur hat den Neubau des Doms zu Brixen vollendet. Der einzelne Kardinalshut (zwischen Nr.2 und Nr. 9) ist vermutlich Bernhard von Cles zuzuordnen, da unter den in Frage kommenden Fürstbischöfen nur er und Christoph Madruzzo (Nr. 10) die Kardinalswürde erhalten haben. Bernhard von Cles leitete 1539 wenige Monate das Bistum Brixen als Administrator. 

10. Christoph von Madruzzo stammte aus einem bedeutenden Welschtiroler Adelsgeschlecht. 1539 wurde er Fürstbischof von Trient, 3 Jahre später wählte ihn das Domkapitel auch zum Fürstbischof von Brixen. 1543 wurde er zum Kardinal ernannt. Christoph von Madruzzo leitete das Konzil von Trient. 

11. Darstellung der Diözesanpatrone: (von links nach rechts) 

Kassian: frühchristlicher Märtyrer 

Ingenuin: Bischof von Säben um 600

Albuin: Bischof von Säben/Brixen 975 (?) - 1006.

Darunter ist die Inschrift zu erkennen: hie ist das zolhaus

12. Christoph II. Fuchs von Fuchsberg (geb. 1500 ?). Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 1. September 1539. Amtszeit bis zu seinem Tode am 9. Dezember 1542 in Brixen. 

 

13. Hieronymus Otto Agricola (geb. 1571 in Villingen). Wahl zum Fürstbischof durch das Domkapitel am 5. März 1625. Amtszeit bis zu seinem Tode am 6. März 1627 in Brixen.

Über der Eingangstüre des Zollhauses befindet sich ein Reliefstein mit einem Engel, der zwei Wappen hält. Darüber die Jahreszahl 1490. Die beiden Wappen beziehen sich auf Brixen (Lamm, links) und auf den Fürstbischof Melchior von Mekka (drei Schaufeln, rechts). Melchior von Mekka (geb. 1440 in Meissen, Sachsen). Melchior übernahm das Bischofsamt nach dem Tode seines Vorgängers am 20. Juni 1489. Amtszeit bis zu seinem Tode am 3. März 1509 in Rom. Melchior war mehr Fürst und Diplomat als geistlicher Oberhirte. Er engagierte sich sehr stark in Politik und Wirtschaft. 

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